Die Suche

Rezension „Die Suche“ von Charlotte Link

Dieses Hörbuch erschien 2018, Random House Audio, gelesen von Claudia Michelsen, Gesamtspielzeit ca. 14 Stunden, 28 Minuten.

Es offenbart eine Überraschung nach der anderen. Egal, ob es um die Darstellung der Charaktere der Menschen geht, oder um die Handlung die Charlotte Link langsam aufbaut.

Die Autorin lässt den Leser/die Leserin durch das Teilnehmen am Leben, an den Gedanken, den Gefühlen und der Vergangenheit, die einzelnen Protagonisten kennenlernen. Die Masken, die sie alle tragen und schließlich, Schritt für Schritt, das Abbröckeln ihrer Hüllen. Das macht diesen Kriminalroman so spannend. 

Kate, Detective Sergeant von Scotland Yard, hat es bis zu ihrem 42. Lebensjahr nicht geschafft einen Menschen für sich zu begeistern. Sie leidet an ihrem Alleinsein und kann sich einfach nicht vorstellen, dass ein Mann an ihr Interesse haben könnte. Sie ist ausgehöhlt, vom Hunger nach Leben.

So jedenfalls sieht Kate sich selbst.

Dennoch schafft sie es immer wieder, Inspector Caleb, davon zu überzeugen, dass sie eine beeindruckende Ermittlerin ist und er möchte sie auch gerne im Team in Scarborough haben. Caleb riecht über lange Strecken den Alkohol und kämpft bei jeder Gelegenheit gegen seine Alkoholsucht an. Er lässt sich von den Maskeraden der Menschen nicht beeindrucken.

Im nordenglischen Scarborough hat Chief Inspector Caleb plötzlich eine Menge zu tun, denn es taucht die Leiche der vermissten Saskia auf, die 14-jährige Amelie verschwindet und schließlich ein weiteres Mädchen und ein vor längerer Zeit verschwundenes ist nicht mehr aufgetaucht.  Es ist die Rede vom Hochmoorkiller, der im Verdacht steht, ein Serienkiller zu sein. Aufgrund der Ereignisse und Zusammenhänge laufen die Ermittlungen in die falsche Richtung, Retter werden zu Verdächtigen, Erpresser tauchen auf, sympathische Menschen, die ihre skrupellose Seite verbergen, Verrückte, die es erst gar nicht zu sein scheinen. Immer wieder nehmen die Ereignisse eine ungeahnte Wendung. 

Nach und nach lernt der Leser/die Leserin, den Kreis der Verdächtigen und die Familien der Opfer, sowie die Mädchen besser kennen. 

Bald begreift man: Nur die Erzählung in der Ich-Form teilt die Gedanken des Täters mit. 

Als Kate von London nach Scarborough fährt, um ihr Elternhaus zu verkaufen, überstürzen sich die Ereignisse. Zwei Männer finden Gefallen an Kate, sie lässt sich mit einem Verdächtigen ein und verliebt sich. 

Auf keinen Fall möchte sie Inspector Caleb Hale bei seinen Ermittlungen in die Quere kommen. Lassen kann sie es auch nicht und gibt sich bei ihren privaten Untersuchungen als Journalistin aus. Kate begibt sich dadurch in große Gefahr.

Charlotte Link schafft es, den Leser/die Leserin zum Spekulieren zu bringen, die Empörung fühlen zu lassen, wenn wieder einmal (So wie auch im realen Leben), die Maske eines Mitmenschen löchrig wird, das Entsetzen heraufzubeschwören, wegen der furchtbaren Taten und Gedanken, das Mitfühlen mit den Opfern und deren Familien anzustacheln, den Ärger spüren zu lassen, weil sich ein Protagonist so ganz „falsch“ verhält. Die Autorin verstrickt den Leser/die Leserin nicht nur in die Handlung, sie zieht uns, wie sich eine Fliege im Netz der Spinne verwickelt, in das Leben ihrer handelnden Personen. Ihr Roman lässt keine Fragen offen und wer glaubt, sich zum Ende hin entspannen zu können, der irrt. Selbst am Schluss tauchen noch einige Verstrickungen auf, die aber rechtzeitig geklärt werden.

Hörprobe „Die Suche“


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