Tod am Aphroditefelsen

Rezension „Tod am Aphroditefelsen“, Sofia Perikles’ erster Fall von Yanis Kostas

Das Buch erschien 2019 im Atlantik Verlag. Unter anderem Namen hat Yanis Kostas bereits einige andere Krimis veröffentlicht. Er wurde 1982 in Berlin geboren. Seine Mutter ist Deutsche und dass sein Vater griechischer Zypriot ist, können Leser/Leserinnen spüren. Er weiß um die griechische Art zu leben und beschreibt diese sehr gut in seinem Kriminalroman. Das bedeutet aber nicht, dass die Beschreibung anderer Lebensweisen zu kurz kommt. Yanis Kostas oder Alexander Oetker ist nicht nur Schriftsteller, er ist auch Journalist. 

Sofia Perikles, beinahe 28 Jahre alt, die Tochter eines Botschafters. Ihr fehlt es weder an einer guten Ausbildung noch an Geld, Liebe, Zerstreuungen diverser Art. Plötzlich jedoch holt sie das Leben ein. Statt im Innenministerium in Nikosia das Polizeiwesen neu zu organisieren, landet Sofia in einem winzigen Dorf als Junior Officer und muss sich dort selbst neu organisieren. Die Kommunisten haben unerwartet die Führung übernommen und aus dem zugesagten Job im Innenministerium in Zypern wird nun Polizeiarbeit der niedrigen Art in einem Kaff, das nicht einmal die Zyprioten kennen. Sie sieht sich gezwungen den Mordfall, in den sie reinstolpert, alleine zu lösen.

Für Sofia bleibt kein Stein auf dem anderen. Dennoch schlägt sie sich tapfer und entwickelt sich zu der Sofia, die sie vielleicht sogar sein möchte. Couragiert und verantwortungsbewusst stellt sie sich ihrem neuen Leben. Die junge Polizistin muss sich mit ihrem Chef herumschlagen, der sich nicht wie ein Chef verhält. Jegliche Bitten, Hilfeschreie um Unterstützung bleiben ihr versagt. Dass der Chiefinspektor seiner jungen Kollegin im rechten Moment doch einmal zur Seite stehen wird, weiß Sofia erst einmal nicht. Anfangs sieht auch alles aus wie ein Unfall. Ein Pärchen, beide angetrunken, verlieren die Kontrolle über ihren Wagen und finden beim Aphroditefelsen den Tod. Sofia glaubt aber nicht an die Unfallversion und die Untersuchungen sollen ihr bald Recht geben. 

Durch ihre Ermittlungen lernt sie nicht nur die Menschen besser kennen, die in dem kleinen Ort wohnen. Ihre Abenteuer führen sie in ganz andere Verhältnisse als die, die sie gewohnt ist und sie gerät in gefährliche Situationen. Mit viel Einsatz und Mut kann Sofia binnen einer Woche den Kriminalfall lösen.

Yanis Kostas schmückt sein Buch mit gut verständlichen und passenden Lektionen zu Zypern, mit einigen griechischen Wörtern, mit griechischen Zahlen und Wochentagen. Er baut dies alles gekonnt ein. Diese Tatsachen machen den einfachen Schreibstil wett und so ist der Krimi nicht nur eine leichte, unterhaltsame Sommerlektüre, bei der man große Lust auf Griechenland bekommt, sondern nebenbei wird auch Wissen vermittelt. Oder aufgefrischt, was wiederum Erinnerungen weckt. 

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